Familiengeschichte als Zeitreise durch die deutsche Geschichte

Ein Stück eines Mauerpfostens in der Hand zu halten oder Geldscheine einer längst verfallenen Währung zu betrachten – plötzlich wird Geschichte greifbar. Genau diese Erfahrung machte ein Schüler bei seinem Projekt zur Familiengeschichte.

Ein zentraler Bestandteil der Arbeit war es, Zeitzeugeninterviews zu führen und persönliche historische Schwerpunkte zu setzen. Dafür sprach er mit seinen Eltern und seinem Großvater über deren Leben und bezog auch die Erlebnisse der Urgroßelterngeneration mit ein. So entstand ein eindrucksvoller Einblick in den Alltag in der DDR, in die Zeit davor und in die Jahre rund um die Wiedervereinigung.

Besonders spannend war dabei, wie viele Erfahrungen innerhalb einer Familie verborgen liegen, die heute kaum noch vorstellbar sind. Berichte über die Pionierzeit in der DDR oder Erzählungen aus der Kriegsgefangenschaft machten deutlich, wie stark politische Ereignisse einzelne Lebenswege geprägt haben.

Ein besonderes Highlight waren die historischen Sachquellen aus dem Familienbesitz. Dazu gehörten alte Geldscheine aus der Zeit der Weimarer Republik, die während der Inflation Milliarden- und Billionenwerte trugen, ein Stück eines Mauerpfostens der Berliner Mauer sowie Schulzeugnisse aus der DDR.

Gerade diese Gegenstände zeigen eindrucksvoll, dass Geschichte nicht nur aus Jahreszahlen und Fakten besteht. Sie machen vergangene Zeiten anschaulich, emotional und persönlich erfahrbar.

Das Projekt hat gezeigt, wie tief Familiengeschichte gehen kann. Gleichzeitig wurde deutlich, wie wertvoll es ist, mit Eltern, Großeltern oder Urgroßeltern ins Gespräch zu kommen, solange diese Möglichkeit besteht.

Denn ihre Erinnerungen sind nicht nur Teil einer Familiengeschichte – sie sind auch ein wichtiger Teil unserer gemeinsamen Geschichte.

Verfasserin:  Kimberly M., BG 13-2