Ron Segal liest aus „Jeder Tag wie heute“

Am 29. April 2026 war der israelische Schriftsteller und Filmemacher Ron Segal zu Gast. Im Rahmen des Yad-Vashem-Programms stellte er seinen Roman „Jeder Tag wie heute“ vor und kam mit Schüler:innen der Klassen BG 12-4 und BG 12-5 sowie zwei Klassen der Alexander-Fleming-Schule ins Gespräch.

Im Mittelpunkt des Romans steht Adam Schumacher, ein 90-jähriger israelischer Schriftsteller und Holocaust-Überlebender. Viele Jahre nach seiner Flucht kehrt er nach Deutschland zurück, um seine Erinnerungen aufzuschreiben. Dabei thematisiert der Roman auf eindrückliche Weise das Zusammenspiel von Erinnerung, Vergessen, Zeugenschaft und literarischer Verarbeitung der Shoah.

Ron Segal gab zunächst Einblicke in seinen persönlichen und künstlerischen Weg. Besonders eindrucksvoll war, dass er eine Passage zunächst auf Hebräisch und anschließend weitere Auszüge auf Deutsch vorlas. So wurde nicht nur der Inhalt des Romans, sondern auch seine sprachliche und emotionale Wirkung unmittelbar erfahrbar.

Ergänzt wurde die Lesung durch einen Teaser zum Animationsfilm „Adam“, der auf dem Roman basiert. Ron Segal erläuterte die Idee hinter der filmischen Umsetzung und sprach darüber, wie sich literarische Erinnerung in Bilder übersetzen lässt.

Während der Veranstaltung entstanden immer wieder Gespräche mit den Schüler:innen. In der abschließenden Fragerunde ging es um die Entstehung des Romans und des Films, um Erinnerungskultur sowie um aktuelle gesellschaftliche und politische Fragen. Ron Segal beantwortete die Beiträge offen, differenziert und zugewandt. Dadurch entwickelte sich eine konzentrierte und respektvolle Atmosphäre, in der Literatur als Zugang zu historischer Verantwortung und Gegenwartsfragen erfahrbar wurde.

Die Lesung zeigte eindrücklich, wie schulische Bildungsarbeit historische Auseinandersetzung, kulturelle Begegnung und kritisches Denken miteinander verbinden kann.

Verfasserin: Ceylin Ergin, BG 12-5